Archive for Oktober, 2011

Rohstoffe Erdöl und Erdgas

RohstoffeDie Entstehung von Öl

Die Rohstoffe Erdöl und Erdgas entstehen hauptsächlich im Meer durch Zersetzung abgestorbener kleinster Leben in einer Umgebung, die sehr arm an Sauerstoff ist. Dadurch wird eine natürliche Verwesung beinahe unmöglich. Beste Bedingungen wie diese findet man heute im Schwarzen Meer, hier plant man für die Zukunft viel versprechende Erdöl Lagerstätten. Durch Zufluss von Süßwasser konnte sich hier ein reiches Tier- und Pflanzenleben entwickeln. Sterben diese Kleinstlebewesen, sinken diese in eine tiefe Wasserschicht, die zwar arm an Sauerstoff, aber sehr reich an Salz und Schwefelwasserstoff ist. Hinderlich zum Überleben, aber sehr gut zur Konservierung. Salz und Schwefelwasserstoff verhindern die Verwesung. Am Grund des Meeres findet man einen fauligen Schlamm, der sich mit feinem Sand, Schluff und Ton vermengt. Dieses Gemisch ist das Erdölmuttergestein. Durch Bakterien, Druck und einer unglaublichen Hitze von bis zu 200 Grad entsteht das Kerogen, das sich aus verschiedenen organischen Verbindungen zusammen setzt. Metalle wie Kupfer, Nickel, Molybdän und Vanadium arbeiten dabei als Katalysatoren, die organischen Substanzen werden schließlich zu einfachen Kohlenwasserstoffen abgebaut. Nach längerem Faulvorgang entstehen in den Poren des Gesteins Erdöl und Erdgas.

Erdöl suchen – und finden!

Um neue Erdölquellen zu finden, gibt es verschiedene Arten. Als erstes benötigt man präzise Karten. Meistens gibt man sich mit simplen topographischen Karten zufrieden, aber in einigen Gebieten kann man die Lagerung der Formationen an der Oberfläche der Erde erkennen, und benutzt dann die Luftbildkartierung. Hierbei werden in rasanter Reihenfolge aus einem Flugzeug mit einer Kamera Bilder geschossen, die sich über die Häfte überlappen. Auf diese Weise können eine ganze Anzahl topographischer und geologischer Details erkannt werden. Mit Hilfe von Gesteinsproben kann man nun eine Karte entwerfen, die viel über die Lagerung der einzelnen Gesteinsschichten aussagt. Ergeben sich Vermutungen auf geeignete Steine oder Strukturen, folgt eine Probebohrung, mit der man genaue Informationen über die Schichten, den Druck und die Temperatur in den verschiedenen Tiefen erhält. Andere Verfahren zur Erdölsuche nutzen magnetische Eigenschaften der Gesteine, die Abweichungen vom Erdmagnetfeld kenntlich machen.

Seismische Verfahren zur präzisen Erforschung

Präziser als per Seismischem Verfahren kann man das Erdinnere kaum erforschen. In etwa 50 Metern Tiefe werden mehrere Sprengladungen gezündet und die Druckwellen von Geophonen aufgezeichnet, ähnlich den Aufzeichnungen eines Echolots, jedoch viel präziser und komplizierter. Besonders bei den möglichen Fundorten im Meer ist die 3D-Seismik von höchster Wichtigkeit, wobei der Unterschied darin besteht, dass statt Dynamit Gaspulser benutzt werden. Gaspulser werden zusammen mit Hydrophonen während der Fahrt hinter einem Schiff hergezogen und geben je Minute drei Schüsse ab. Eine Methode ganz ohne Sprengstoff, die umweltfreundlicher und sicherer überzeugt.

Die Förderung von Erdöl

In einem speziellen Rotary-Verfahren werden die meisten Bohrungen vorgenommen. Dabei hängt der Gestänge-Strang, der aus mehreren miteinander verbundenen Rohren besteht, am Bohrturm. Der Strang ist fixiert, der Bohrmeißel am Ende des Stranges besitzt drei konische Räder mit harten Zahnspitzen. Durch eine per Pumpe angetriebene Spülanlage werden die kleinen Bohrsteinchen an die Oberfläche befördert. Da das Erdöl unter Druck steht und das Rohöl meistens beträchtliche Erdgasmengen enthält, dehnt sich bei Öffnung / Anbohrung der Quelle das frei werdende Gas sofort aus und treibt das Erdöl direkt ins Bohrloch. Manchmal ist der Druck so enorm dass das Öl an die Oberfläche schießt, was aber eher selten ist.

Die großen Ölvorräte der Welt

Heute findet man die größten Vorkommnisse an Erdöl im Nahen Osten, beispielsweise im Iran und Irak und im Westen Saudi Arabiens, also im Großen und Ganzen hauptsächlich im Gebiet des westlichen Saudi Arabiens, um den Persischen Golf herum. Recht große Vorkommnisse an Öl findet man auch am Kaspischen Meer und weiter östlich in China. Nur noch Reste an Erdöl gibt es im Westen und Süden der USA, im Süden Alaskas und im Westen Südamerikas. In Australien und dem Osten Asiens sind noch Ölvorkommen, in Deutschland gibt es im Westen noch viel Öl zu finden, im Südwesten nur wenig. Da der Energieverbrauch der Bevölkerung in den nächsten Jahren weiter steigen wird, kommt das Erdöl als Energie für die Zukunft nicht in Frage.

 

Bildquellenangabe: Gerd Altmann  / pixelio.de
Sonntag, Oktober 16th, 2011 Allgemein Keine Kommentare