Rohstoff Nahrungsmittel als Investition

Gute Ernte für Investoren

InvestorenDie Deutsche Bank, die Commerzbank und weitere bekannte Finanzinstitute haben nach starkem Druck der Öffentlichkeit die Spekulation mit Nahrungsmitteln verringert, aber viele andere bekannte Banken machen weiter mit dem lukrativen Geschäft. Dazu gehören auch die Volksbanken und Raiffeisenbanken, sie betreiben ihre Rohstofffonds weiterhin. Trotzdem ist auch hier das Interesse und der Druck zu spüren, es soll sorgfältig geprüft werden. Der Vorwurf, Spekulationen der Banken hätten die Preise für Grundnahrungsmittel ins Schwanken gebracht, hat das Investment in Weizen, Mais, Reis oder Soja erschüttern lassen. Die Vorwürfe gehen soweit, dass den Banken teilweise die Schuld an einer Verschlimmerung der Hungersnot in Entwicklungsländern gegeben wird. Viele Menschen müssen dort für Lebensmittel den größten Teil ihres gesamten Einkommens zahlen und können sich kaum noch etwas leisten. Banken und Fondsgesellschaften sollen nicht länger ein Investment in Agrarprodukten betreiben. In den Fokus der öffentlichen Kritik war in den letzten Tagen neben den Banken auch der Versicherungsriese Allianz geraten. Das Unternehmen legte Milliarden in Fonds für Agrarrohstoffe an und wurde von der Hilfsorganisation Oxfam für den Hunger in der Welt verantwortlich gemacht. Oxfam hält den Zusammenhang zwischen Agrar-Spekulationen, steigenden Preisen und Hungersnot als erwiesen.

Wirkungsvoller Druck auf Banken

Anscheinend reagieren die ersten Banken wie die Commerzbank und die Deutsche Bank tatsächlich auf die Vorwürfe und stellen das Investment in Agrarrohstoffe, die zu den Grundnahrungsmitteln zählen, ein. Auch die Fondstochter DWS will bestehende Produkte nicht länger den Kunden anbieten. Es soll geklärt werden, welche Faktoren für die Preissteigerung der Agrarrohstoffe verantwortlich sind. Dass Investitionen und Spekulationen für hungernde Menschen in den Entwicklungsländern die Schuld tragen, ist nicht sicher. Auch die Deka-Bank reagiert auf den wachsenden Druck der Öffentlichkeit und will keine Investments in Agrarrohstoffe wie Weizen und Soja mehr anbieten. Das ändert aber nichts daran, dass die großen Banken weiterhin bestreiten, durch die Investitionen bei Grundnahrungsmitteln für die Hungersnot in Entwicklungsländern verantwortlich zu sein.

Preissteigerung durch wachsende Bevölkerung

Die großen Finanzinstitute geben die Schuld für die Preissteigerungen der Grundnahrungsmittel dem stetigen Wachstum der Weltbevölkerung, außerdem werde die Nachfrage nach Energiepflanzen unglaublich schnell immer größer, daher würden die Preise drastisch ansteigen. Erzeuger benötigen Terminmärkte, um Preise auf Dauer stabil zu halten, außerdem gäbe es unzählige Anleger, die sich für Investitionen in Agrarprodukte interessieren.

Kampagne der Hilfsorganisationen

Die bekannte Hilfsorganisation Oxfam untersuchte die Auswirkungen von Spekulation mit Agrarrohstoffen in der Studie: Mit Essen spielt man nicht. Zusammen mit Foodwatch und weiteren Hilfsorganisationen fordert Oxfam deutsche Finanzinstitute auf, den Handel mit Agrarrohstoffen zu beenden. Außerdem rief Oxfam die Bundesregierung dazu auf, gegen die Spekulationen der Finanzmärkte vorzugehen und für einen Ausgleich zu sorgen. Diesen Aufruf kann jeder im Internet online unterzeichnen.

Bildquellenangabe:     Gerd Altmann  / pixelio.de
Mittwoch, Mai 16th, 2012 Allgemein

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